LeitfadenRegeln, die gelebt werden→

KI Richtlinie im Unternehmen:
Eine Seite, die trägt.

Eine KI Richtlinie im Unternehmen beginnt mit einer Seite und drei Listen: was erlaubt ist, was nur mit Freigabe geht und was verboten ist. Dazu kommen ein Inventar, klare Rollen und ein Notaus.

Umfang
1 Seite
Kurz genug, dass Beschäftigte sie wirklich lesen.
Aufbau
3 Listen
Erlaubt, erlaubt mit Freigabe, verboten.
Rollen
3 Funktionen
Verantwortliche Person, Freigabestelle, Notaus.

Stand 25.09.2026 · Chris Lennon

Die Kurzantwort

KI Richtlinie Vorlage: Drei Listen genügen.

Eine gute KI Richtlinie für Ihr Unternehmen ist kurz. Sie sagt, was Beschäftigte mit KI tun dürfen, wofür sie eine Freigabe brauchen und was tabu ist.

Diese Seite zeigt den Aufbau und einen Beispiel-Mustertext. Sie ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung.

Liste 1

Erlaubt

Freigegebene Werkzeuge für Texte, Zusammenfassungen und Recherche mit nicht vertraulichen Informationen.

Gilt für alle ohne Rückfrage.
Liste 2

Erlaubt mit Freigabe

Neue Werkzeuge, Anbindung an Firmendaten, personenbezogene Daten und jeder Agent.

Die Freigabestelle entscheidet.
Liste 3

Verboten

Zugangsdaten und vertrauliche Kundendaten in nicht freigegebenen Werkzeugen, automatisches Versenden an Kunden, Entscheidungen über Personen allein durch KI.

Ohne Ausnahme.
Erst schauen, dann regeln

Inventar zuerst: Was läuft schon?

Sie können nur regeln, was Sie kennen.

In vielen Firmen nutzen Beschäftigte KI-Werkzeuge längst, oft privat oder ohne Absprache. Fragen Sie danach, ohne Vorwurf.

01

Werkzeuge sammeln

Welche KI-Werkzeuge sind im Einsatz, offiziell oder inoffiziell?

02

Zwecke notieren

Wofür werden sie genutzt, zum Beispiel für Angebote, Anfragen oder Protokolle?

03

Daten klären

Welche Daten gehen hinein, und sind personenbezogene oder vertrauliche darunter?

04

Einordnen

Sortieren Sie jeden Fall in eine der drei Listen. Der Rest der Richtlinie folgt daraus.

Das Inventar ist keine Anklage, sondern eine Bestandsaufnahme. Es zeigt, wo Regeln sofort helfen, und macht sichtbar, welche Werkzeuge Sie besser freigeben, statt sie zu verbieten.

Verantwortung

Rollen: Wer entscheidet, wer stoppt.

Eine Richtlinie ohne Namen bleibt Papier. Benennen Sie drei Funktionen mit je einer Person und einer Vertretung. Die Verantwortung der Geschäftsführung bleibt dabei im Unternehmen, auch bei externer Unterstützung.

Rolle 1

Verantwortliche Person

Führt das Inventar, pflegt die Richtlinie und ist Ansprechperson für Fragen.

Gesetzlich ist kein KI-Beauftragter vorgeschrieben.
Rolle 2

Freigabestelle

Entscheidet über neue Werkzeuge, Datenanbindungen und Agenten.

Kurze Wege, klare Antwortzeit.
Rolle 3

Notaus

Darf jeden Agenten und jedes Werkzeug sofort stoppen.

Ohne Rückfrage.
Kompetenz belegen

Schulung belegen und Artikel 4 vorsichtig lesen.

Artikel 4 des EU AI Act verlangt KI-Kompetenz und gilt seit 2. Februar 2025. Der Digital Omnibus (Verordnung (EU) 2026/1744) schwächt ihn ab: Unternehmen sollen KI-Kompetenz fördern, statt ein bestimmtes Niveau zu garantieren.

Die Quellenlage ist uneinheitlich, lassen Sie den Stand prüfen. Praktisch hilft in jedem Fall ein Nachweis, dass Ihre Beschäftigten eingewiesen wurden.

  • Halten Sie fest, wer wann welche Einweisung erhalten hat.
  • Schulen Sie nach Rolle: Nutzer anders als Freigabestelle.
  • Wiederholen Sie die Einweisung, wenn sich Werkzeuge oder Regeln ändern.
i
Stand 25.09.2026, keine Rechtsberatung. Lassen Sie die aktuelle Fassung von Artikel 4 vor der Umsetzung prüfen.
Zum Kopieren

KI Richtlinie Vorlage: Beispiel-Mustertext.

Beispiel zur Orientierung, keine Rechtsberatung. Passen Sie Namen und Werkzeuge an Ihr Unternehmen an.

  1. Geltungsbereich: Diese Richtlinie gilt für alle Beschäftigten und für alle KI-Werkzeuge, die im Unternehmen genutzt werden.
  2. Erlaubt: Freigegebene Werkzeuge dürfen für Texte, Zusammenfassungen und Recherche genutzt werden, sofern keine vertraulichen Daten eingegeben werden.
  3. Erlaubt mit Freigabe: Neue Werkzeuge, die Anbindung an Firmendaten, der Umgang mit personenbezogenen Daten und der Einsatz von Agenten brauchen die Freigabe von [Name der Freigabestelle].
  4. Verboten: Eingabe von Zugangsdaten und vertraulichen Kundendaten in nicht freigegebene Werkzeuge, automatisches Versenden an Kunden und Entscheidungen über Personen allein durch KI.
  5. Prüfpflicht: Ergebnisse von KI werden vor der Weitergabe von einem Menschen geprüft. Die prüfende Person bleibt verantwortlich.
  6. Rollen: Verantwortlich ist [Name]. Den Notaus darf [Name] jederzeit auslösen. Vertretung: [Name].
  7. Schulung: Beschäftigte werden eingewiesen, die Teilnahme wird festgehalten.
  8. Überarbeitung: Die Richtlinie wird regelmäßig und bei jedem neuen Werkzeug geprüft.

Kürzen Sie, was Sie nicht brauchen, und ergänzen Sie, was Ihr Alltag verlangt. Wichtiger als jede Formulierung ist, dass die Regeln bekannt sind und jemand ihre Einhaltung begleitet.

Sonderfall Agenten

Grenzen für Agenten.

Agenten handeln, sie schreiben nicht nur. Deshalb brauchen sie eigene Zeilen in der Richtlinie. Unser Denkmodell dazu finden Sie unter KI Agenten steuern.

  • Einstiegsagenten lesen und entwerfen, sie senden nichts.
  • Jeder Agent hat einen benannten Verantwortlichen und einen Auftrag.
  • Rechte, Freigabeschritte und Limits sind technisch gesetzt, nicht nur beschrieben.
  • Aktionen mit Außenwirkung, Bezahlen und Löschen brauchen eine Freigabe.
  • Protokolle halten Auftrag, Rechte, Aktionen und Freigaben fest.

Für den Anfang gilt: lieber eine Stufe zu vorsichtig als eine zu mutig. Erweitern können Sie später, wenn Protokolle und Erfahrung es belegen.

Pflege und Grenzen

Wann Sie die Richtlinie überarbeiten.

  • Ein neues Werkzeug oder ein neuer Agent kommt hinzu.
  • Sie binden neue Datenquellen an oder ändern Rechte.
  • Es gibt einen Beinahe-Fehler oder eine Frage, die die Richtlinie nicht beantwortet.
  • Rechtslage oder Vertragsbedingungen der Anbieter ändern sich.

Wo das nicht reicht: Eine Seite ersetzt keine Rechtsprüfung. Bei personenbezogenen Daten, Verträgen mit Anbietern oder KI im Beschäftigungskontext holen Sie fachliche Beratung dazu, keine Rechtsberatung von uns.

Hochrisiko-Pflichten des EU AI Act sind verschoben, nicht gestrichen: eigenständige Systeme 2. Dezember 2027, eingebettete 2. August 2028 (Stand 25.09.2026). Wann werden Sie Ihre Richtlinie das nächste Mal wirklich in die Hand nehmen?

Weiterlesen
Quellen

Alle Angaben ohne Gewähr und keine Rechtsberatung. Preise und Bedingungen ändern sich; prüfen Sie sie vor einer Entscheidung beim Anbieter.

Häufige Fragen

Was Sie wissen
sollten.

Braucht mein Unternehmen eine KI-Richtlinie?

+

Eine gesetzliche Pflicht zu genau diesem Dokument kennen wir nicht, keine Rechtsberatung. Praktisch ist sie sinnvoll, weil Beschäftigte KI ohnehin nutzen und klare Regeln Fehler vermeiden.

Was gehört in eine KI-Richtlinie?

+

Drei Listen (erlaubt, erlaubt mit Freigabe, verboten), Rollen mit Namen, eine Prüfpflicht für Ergebnisse, Schulung und Regeln für Agenten. Dazu ein Inventar der Werkzeuge, die schon im Einsatz sind.

Gibt es eine KI-Richtlinie als Vorlage?

+

Auf dieser Seite finden Sie einen kurzen Beispiel-Mustertext zum Kopieren und Anpassen. Er ist keine Rechtsberatung. Eine Vorlage für Ihr Unternehmen besprechen wir gern im Erstgespräch.

Muss ich einen KI-Beauftragten benennen?

+

Nein, eine gesetzliche Pflicht zur Benennung eines Chief AI Officers oder KI-Beauftragten gibt es nicht. Eine verantwortliche Person zu benennen ist trotzdem sinnvoll, die Verantwortung bleibt in der Geschäftsführung.

Wie belege ich die KI-Schulung meiner Beschäftigten?

+

Halten Sie fest, wer wann welche Einweisung bekommen hat. Artikel 4 des EU AI Act wurde durch den Digital Omnibus abgeschwächt, die Quellenlage ist uneinheitlich: Stand prüfen lassen.

Wie oft sollte man die Richtlinie überarbeiten?

+

Regelmäßig und immer dann, wenn ein neues Werkzeug, ein Agent, neue Datenquellen oder eine geänderte Rechtslage hinzukommen.

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Wir besprechen im Erstgespräch, wie eine Vorlage zu Ihrem Unternehmen passt. Das Gespräch ist unverbindlich und kostenfrei.

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