Beim KI Agent Datenzugriff klären Sie vier Fragen: Wer greift zu, auf was, wie lange und wohin darf das Ergebnis? Wer sie beantwortet, gibt Zugriff mit minimalen Rechten statt aus Bequemlichkeit.
Das ist unser Denkmodell, kein Standard. Es hilft, bevor ein Agent an Ihre Daten darf.
Mit welcher Identität greift der Agent zu? Ein Agent im Agent Builder hat nicht zwingend eine eigene Agenten-Identität. Beispiel: Er arbeitet mit dem Konto der Vertriebsleiterin und sieht damit alles, was sie sieht.
Welche Quellen und Rechte hat er? Beispiel: Er liest den SharePoint-Ordner mit Preislisten und Handbüchern, nicht das ganze Laufwerk.
Ist der Zugriff befristet? Beispiel: Die Pilotgruppe bekommt Zugang für 30 Tage, danach wird neu entschieden.
Wohin darf das Ergebnis, wohin dürfen Daten fließen? Beispiel: Antwortentwürfe landen im Entwurfsordner, nicht direkt beim Kunden.
Wenn eine dieser Fragen offen bleibt, ist der Agent noch nicht bereit für echte Daten. Notieren Sie die Antworten kurz, sie werden später Teil Ihres Protokolls.
Zugriff klingt abstrakt. Technisch besteht er aus vier Bausteinen, an denen Sie jeweils eine Grenze setzen können.
| Baustein | Bedeutung | Ihre Prüffrage |
|---|---|---|
| Identität | Als wer tritt der Agent auf, als Nutzer oder als eigene Identität? | Welche Rechte hat dieses Konto insgesamt? |
| Rechte | Was darf diese Identität lesen, ändern, löschen? | Sind Überfreigaben aufgeräumt? |
| Konnektoren | Verbindungen zu Systemen, wenn der Administrator sie freigibt. | Wer hat welchen Konnektor freigegeben? |
| Token | Digitaler Schlüssel, mit dem der Agent Systeme anspricht. | Wie lange gilt er, wer kann ihn widerrufen? |
In Microsoft 365 gelten bei SharePoint und OneDrive die bestehenden Berechtigungen und Vertraulichkeitsbezeichnungen. Räumen Sie deshalb zuerst Rechte auf.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Ein Konnektor zum Buchhaltungssystem klingt praktisch, öffnet aber Rechnungsdaten. Fragen Sie zuerst, ob der Anwendungsfall diese Daten überhaupt braucht.
Geben Sie einem Agenten nur, was er für seine Aufgabe braucht. Alles andere bleibt zu.
Mit der Zeit dürfen Agenten mehr, aber nur mit Nachweis. Das ist der Gedanke hinter unserer Autonomie-Treppe, siehe KI Agenten steuern.
Bei E-Mail als Wissensquelle lässt sich der Zugriff nicht auf einzelne Nachrichten beschränken. Der Agent nutzt das gesamte Postfach des Erstellers, und es braucht die Copilot-Zusatzlizenz. Für einen ersten Agenten empfehlen wir das nicht.
Dazu kommt ein Muster, das wir die gefährliche Dreierkombination nennen:
Ein Postfach enthält oft alle drei. Nehmen Sie deshalb mindestens einen Baustein weg, zum Beispiel das Senden.
Beispiel: Ein Agent liest eingehende Anfragen, kennt Ihre Preisliste und darf antworten. Eine präparierte Nachricht kann ihn dazu bringen, Interna herauszugeben. Ohne Sendeberechtigung bleibt das ein Entwurf, den ein Mensch prüft.
Die vier Fragen ersetzen keine technische Prüfung Ihres Mandanten. Was ein Agent wirklich darf, hängt von Lizenz, Einstellungen und Werkzeug ab: im eigenen Mandanten testen (Stand 25.09.2026).
Auch die Frage nach dem Datenstandort ist ein eigenes Thema, keine Rechtsberatung. Rahmen und Regeln finden Sie unter KI-Governance.
Stellen Sie sich zum Schluss eine Frage: Wüssten Sie heute zu jedem Ihrer Agenten, wer er ist, was er sieht, wie lange und wohin seine Ergebnisse gehen?
Alle Angaben ohne Gewähr und keine Rechtsberatung. Preise und Bedingungen ändern sich; prüfen Sie sie vor einer Entscheidung beim Anbieter.
Es heißt, dass ein Agent mit einer bestimmten Identität, bestimmten Rechten, über Konnektoren und mit einem Token auf Ihre Systeme zugreift. Jeder dieser Bausteine lässt sich begrenzen.
Freigegebene, aufgeräumte Quellen wie ein Ordner mit Handbüchern, FAQ oder Preislisten. Vertrauliche Inhalte und komplette Postfächer gehören nicht in einen ersten Agenten.
E-Mail als Wissensquelle nutzt das gesamte Postfach des Erstellers und lässt sich nicht auf einzelne Nachrichten beschränken. Zusätzlich kommen fremde Inhalte hinein. Für einen ersten Agenten nicht empfohlen.
Der Agent bekommt nur die Quellen und Rechte, die er für seine Aufgabe braucht, so kurz wie möglich. Lesen kommt vor Schreiben.
Ja, bei SharePoint und OneDrive werden bestehende Berechtigungen und Vertraulichkeitsbezeichnungen beachtet. Räumen Sie deshalb zuerst Überfreigaben auf.
Wir gehen die vier Fragen mit Ihnen für Ihren ersten Anwendungsfall durch. Das Erstgespräch ist unverbindlich und kostenfrei.