InsightKeine Rechtsberatung→

KI Datenschutz:
Warum EU-Hosting noch nicht DSGVO heißt.

EU-Hosting sagt nur, wo Daten liegen. Für KI Datenschutz müssen Sie drei Dinge trennen: Speicherung, Verarbeitung im Modell und Zugriff durch Dritte. Stand 25.09.2026, keine Rechtsberatung.

Frage 1
Speicherung
Wo liegen die Daten?
Frage 2
Verarbeitung
Wo läuft das Modell?
Frage 3
Zugriff
Wer kann sie sehen, etwa Support oder Unterauftragsverarbeiter?

Stand 25.09.2026 · Chris Lennon · 5 Min. Lesezeit

Die Kernfrage

KI Datenschutz und EU-Hosting: Drei Fragen.

Ein Rechenzentrum in Frankfurt beantwortet nur die erste Frage.

Bei KI Datenschutz und EU-Hosting hilft eine einfache Trennung. Sie beantwortet, was ein Anbieter mit "EU" eigentlich meint.

Frage 1

Speicherung

Wo liegen Ihre Daten, also Dokumente, Chatverläufe und Protokolle?

Das meint meist "EU-Hosting".
Frage 2

Verarbeitung

Wo läuft das Modell, das Ihre Anfrage liest und beantwortet? Das kann ein anderer Ort sein als die Speicherung.

Oft die unklare Stelle.
Frage 3

Zugriff

Wer kann Daten einsehen, etwa Support-Mitarbeitende oder Unterauftragsverarbeiter?

Auch dann relevant, wenn alles in der EU liegt.

Ein EU-Server oder eine EU-Modellregion belegt nicht, dass alle angebundenen Dienste und Datenflüsse in der EU bleiben.

Microsoft

Microsoft EU Data Boundary, Flex Routing und Anthropic-Modelle.

Microsoft bietet die EU Data Boundary für Copilot. Ob eine konkrete Anfrage innerhalb verarbeitet wird, hängt von den aktivierten Modellen und den Mandanteneinstellungen ab.

  • Anthropic-Modelle sind von der EU Data Boundary ausgenommen. Für EU-, EFTA- und UK-Mandanten sind sie standardmäßig aus.
  • Flex Routing kann Verarbeitung außerhalb der Grenze erlauben. Für berechtigte Mandanten, die nach dem 25. März 2026 angelegt wurden, ist es standardmäßig an.
  • OpenAI-Modelle sind laut Microsoft grundsätzlich einbezogen, mit dokumentierten Ausnahmen.

Prüfen Sie deshalb in Ihrem Mandanten: Welche Modelle sind aktiv, wer sind die Unterauftragsverarbeiter, und ist Flex Routing an oder aus?

Direkte Anbieter

ChatGPT und Claude mit DSGVO: Was "EU" heißen kann.

Wir bewerten neutral und nennen alle Anbieter gleich. Verbindlich ist immer die aktuelle Anbieterdokumentation.

Bei der Anthropic Claude API direkt kennt der Parameter inference_geo derzeit nur "us" oder "global". Eine reine EU-Option gibt es dort nicht. Stand 25.09.2026.

Claude über Amazon Bedrock oder Google Cloud Vertex AI hat eigene Regionen. Prüfen Sie je Modell und Endpunkt, was tatsächlich gilt.

Für ChatGPT und andere Anbieter gilt dieselbe Regel: Fragen Sie vor Vertragsschluss beim Anbieter nach Speicherort, Verarbeitungsort und Unterauftragsverarbeitern. Aussagen zu einem Produkt lassen sich nicht automatisch auf ein anderes übertragen.

i
Stand 25.09.2026. Vor Vertragsschluss beim Anbieter prüfen, Angaben ändern sich. Keine Rechtsberatung.
Übermittlung

Wenn Daten das Land verlassen: Unterschreiben reicht nicht.

Bei einer Übermittlung in ein Drittland kann ein Angemessenheitsbeschluss greifen. Standardvertragsklauseln können eine Prüfung der Übermittlung und zusätzliche Garantien erfordern.

Unterschreiben allein ist deshalb keine automatische Antwort. Prüfen Sie den Auftragsverarbeitungsvertrag und die Einstellungen, statt pauschal neu zu unterschreiben. Lassen Sie sich dazu rechtlich beraten.

Checkliste

Checkliste vor der Einführung.

01

Speicherort klären

Wo liegen Dokumente, Chatverläufe und Protokolle?

02

Verarbeitungsort klären

Welches Modell läuft wo? Aktivierte Modelle und Flex Routing im eigenen Mandanten ansehen.

03

Zugriff klären

Wer darf Daten einsehen? Unterauftragsverarbeiter und Support-Zugriffe erfragen.

04

Vertrag prüfen

Auftragsverarbeitungsvertrag lesen und Einstellungen prüfen, nicht pauschal neu unterschreiben.

05

Angebundene Dienste prüfen

Auch verbundene Werkzeuge und Datenflüsse einbeziehen, nicht nur das Modell.

Grenzen

Was dieser Artikel nicht leistet.

Wir sind keine Rechtsanwälte. Dieser Artikel ordnet Fragen, er bewertet keinen Vertrag. Anbieter ändern Regionen und Einstellungen. Nutzen Sie ihn als Gesprächsgrundlage mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.

Welche der drei Fragen könnten Sie für Ihr wichtigstes KI-Werkzeug heute schon beantworten?

Weiterlesen

Alle Angaben ohne Gewähr und keine Rechtsberatung. Preise und Bedingungen ändern sich; prüfen Sie sie vor einer Entscheidung beim Anbieter.

Häufige Fragen

Was Sie wissen
sollten.

Ist EU-Hosting automatisch DSGVO-konform?

+

Nein. EU-Hosting sagt nur, wo Daten liegen. Verarbeitung im Modell und Zugriff durch Dritte sind eigene Fragen. Keine Rechtsberatung.

Verarbeitet Microsoft Copilot Daten nur in der EU?

+

Microsoft bietet die EU Data Boundary für Copilot. Ob eine Anfrage innerhalb bleibt, hängt von aktivierten Modellen und Mandanteneinstellungen ab. Anthropic-Modelle sind davon ausgenommen. Stand 25.09.2026.

Gibt es Claude mit reiner EU-Verarbeitung?

+

Bei der Claude API direkt steuert inference_geo derzeit nur "us" oder "global". Über Amazon Bedrock oder Google Cloud Vertex AI gelten eigene Regionen, je Modell und Endpunkt zu prüfen. Stand 25.09.2026.

Was ist Flex Routing bei Microsoft?

+

Flex Routing kann Verarbeitung außerhalb der EU Data Boundary erlauben. Für berechtigte Mandanten, die nach dem 25. März 2026 angelegt wurden, ist es standardmäßig an. Im eigenen Mandanten prüfen.

Muss ich nach einem Anbieterwechsel meine Verträge neu unterschreiben?

+

Nicht pauschal. Prüfen Sie Auftragsverarbeitungsvertrag und Einstellungen. Bei Drittlandübermittlung kann zusätzliche Prüfung nötig sein. Lassen Sie sich rechtlich beraten.

Erstgespräch anfragen

Wissen Sie, wo Ihre KI-Daten verarbeitet werden?

Wir helfen, die drei Fragen für Ihre Werkzeuge zu klären, neutral und ohne Anbieterbindung. Rechtsberatung leisten wir nicht.

E-Mail
Telefon
Sitz
Ludgeristraße 9, 48143 Münster